Aktuelle Ausstellung: Viel Kunst. Wenig Kohle."
Die aktuelle Ausstellung "Viel Kunst. Wenig Kohle.", zu sehen vom 18. Juli bis zum 17. Oktober 2026, widmet sich der aktuellen Situation von Künstlerinnen und richtet den Blick auf weiterhin bestehende Ungleichheiten im Kunstbetrieb. Trotz gesellschaftlicher Fortschritte kämpfen Künstlerinnen noch immer um Sichtbarkeit, Anerkennung und faire Bezahlung. Die gezeigten Arbeiten eröffnen vielschichtige Zugänge zu inneren und äußeren Wirklichkeiten. Zwischen Malerei, Bildhauerei, Video und fotografischen Positionen entstehen Räume für seelische Innenwelten, mystische und existenzielle Fragestellungen, Beziehungen zwischen Mensch und Natur sowie Reflexionen über Körper, Wahrnehmung und Identität. Schichtungen, Verdichtungen und Gegenüberstellungen schaffen Dialoge und machen sichtbar, wie Narrative entstehen und unsere Sicht auf die Welt prägen. Dabei überlagern sich digitale und physische Räume, Zeit und Ort verschmelzen und eröffnen neue Perspektiven auf Gegenwart und Zukunft – auch im Hinblick auf das gemeinsame Überleben auf unserem Planeten.
Die Künstlerinnen
Geboren 1981 in Malmö, Schweden. Studium an der Akademie der Bildenden Künste München in Kunstpädagogik sowie Bildnerischem Gestalten und Therapie; 2017 Diplom in Freier Kunst. Einjähriges Gaststudium an der Kungliga Konstakademien in Stockholm. Anschließend mehrere Förderungen und Stipendien. Lebt und arbeitet in München. Ich arbeite im Schnittfeld von Malerei und Bildhauerei mit Fokus auf die materielle Oberfläche. Kennzeichnend ist die ausgeprägte Haptik von Objekten und Druckgrafiken. Die hinterlassenen Spuren senden mit sanfter Gewalt körperliche Impulse aus. Im Zentrum stehen seelische Innenwelten sowie mystische und urexistenzielle Themen, die ich im Spannungsfeld von
Kraft und Fragilität verorte. In meinen Druckgrafiken werden Entstehungsprozess und Kontakt mit dem Druckstock durch die Dynamik der Linien sichtbar. Vergangen-heit und Gegenwart verbinden und materialisieren sich dabei wie in einem lebendigen Organismus.
Die Künstlerin erforscht ihr Medium, die Fotografie, indem sie aller Hightech-Bildproduktion trotzt und auf das einfache, ursprüngliche Prinzip der Camera obscura zurückgreift.
Es genügt ein kleines Loch an der Stirnseite eines Kastens sowie ein Film im richtigen Verhältnis – den Rest übernimmt das einfallende Licht. Im digitalen Zeitalter, in dem Fotos nahezu leichtfertig geschossen werden, lässt sich hier der eigentlichen Magie des Bildwerdens nachspüren. Mit Licht zeichnen. Es bedarf schlicht Zeit, bis sich die Szene, die festgehalten werden soll, tatsächlich auf den Film überträgt.
Wie zu den Anfängen der Fotografie oder der Porträtmalerei
gilt es, innezuhalten. Das Foto wird zur Pose, wenn man ein konkretes Bild erhalten möchte.
B. M. Lankowitz wurde zur Forscherin ihrer Ahnen.
Geboren 1991 in Straubing, lebt und arbeitet in München
Studium der Fotografie an der Folkwang UdK Essen und
Meisterschülerin an der ABK Stuttgart.
Zur Videoinstallation:
Im Mittelpunkt der Videoinstallation „Von Hier“ steht ein Motiv, das kunsthistorisch eine reiche Symbolkraft besitzt und zugleich alltäglich, banal und fast kitschig wirkt – die Blume. Der Motivträger in den drei Videos ist der menschliche Körper, die zentrale Methode die Gegenüberstellung. „Von Hier“ öffnet den Raum für eine Reflexion über Perspektiven sowie die Macht von Narrativen und Kunst in der Darstellung von Kulturen und Gesellschaften und der Konstruktion des „Anderen“.
Studium der Visuellen Kommunikation an der Università degli Studi di Firenze (Bachelor und Master), des Designs und der Visuellen Kommunikation an der ISIA Florenz (Master) sowie der Fotografie an der Akademie der Bildenden Künste München (Diplom).
Mich interessieren stille Räume zwischen Anwesenheit und Abwesenheit, Werden und Vergehen. Durch natürliche Muster reflektiere ich Rhythmen, die menschliche Erfahrungen und die zyklische Natur des Lebens spiegeln. Meine Arbeit untersucht die Verbindung zwischen Mensch und Umwelt sowie zwischen innerer Gefühlswelt und äußerer Landschaft. Landschaft ist nicht nur das, was wir
sehen, sondern auch das, was wir
erinnern und fühlen. Sie wird zur persönlichen Landkarte der Erfahrung
und unserer Verbundenheit mit der
Erde. Dies erfordert mehr als Bewegung über ihre Oberfläche. Es fordert
uns auf zuzuhören, zu fühlen und die wechselseitige Beziehung zwischen Mensch und Umwelt anzuerkennen.
Geboren 1977 in München, lebt und arbeitet dort.
Bis 2005 Studium der Malerei & Grafik – Akademie der Bildenden Künste München.
Diplom, Meisterschülerin bei Prof. Sean Scully.
Ausstellungen:
Georg-Kolbe-Museum Berlin (2009)
Staatsgalerie Stuttgart (2012/13)
Minories Gallery, Colchester, UK (2019)
Villa de Bank, Enschede (2023)
Weitere Einzel- und Gruppenausstellungen in internationalen Galerien in Südkorea und Deutschland sowie Messebeteiligungen in Karlsruhe und Berlin.
Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds (2025)
Stipendium der Stadt München (2014)
Öffentliche Sammlungen: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Münchner Bank, Finnish Art Society, Sammlung WTS.
Angela Stauber steht für eine gegenständlich orientierte, gestisch aufgelöste Farbmalerei. Die Meisterschülerin von Sean Scully transformiert den beobachteten Innen- oder Außenraum in transparente Farbflächen und spiegelt so in ihren Bildern das Erlebnis von Simultanitäten wider: Digitale und physische Räume überlappen sich, Zeit und Ort verschmelzen zu einer Einheit.
Gelegentlich nimmt sie Werkserien zum Anlass, Projekte im Stadtraum zu realisieren. Bilder werden dabei in Relation zur Umgebung gesetzt und diese gewissermaßen reflektiert, sodass sich den Passantinnen und Passanten eine subtile Form der Unterbrechung im Alltagsfluss bietet.
www.angelastauber.de
Studium der digitalen und zeitbasierten Medien an der Akademie der Bildenden Künste München, der University of Cape Town und der Universidad Nacional Autónoma de México. Schwerpunkt auf menschlichen Ritualen sowie interkulturellen und inter-speziesbezogenen Recherchen. Sechs Jahre Arbeits- und Lebensmittelpunkt im südlichen Mosambik. Totzauers skulpturales und audiovisuelles Werk wurde international ausgestellt, unter anderem in Venedig, Istanbul, Cape Town sowie in Goethe-Instituten in Mexiko, Namibia und Mosambik.
EYE TO EYE dokumentiert wortlose Begegnungen zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Tieren. Der Mensch erscheint dabei lediglich als Spiegelung im Auge des Tieres. Inspiriert vom Multispeziesismus-Konzept von Donna Haraway würdigt das Video andere Tierarten als gleichwertige Mitbewohner unseres Planeten.
Meine Arbeiten entstehen aus der Auseinandersetzung mit
Raum, Wahrnehmung und Beziehung. Mich interessiert nicht
der Raum als feste Größe, sondern der Raum, der zwischen Dingen, Menschen und Blickrichtungen entsteht. Durch Schichtung, Transparenz und reduzierte Setzungen von Linie und Fläche werden räumliche Formen freigegeben. Die Arbeiten erschließen sich erst im Gehen. Sichtbares und Unsichtbares,
Nähe und Distanz treten dabei in Beziehung. In den Würfelobjekten entstehen durch Überlagerungen schwebende Räume.
Die aktuellen Wandarbeiten aus Acrylglas konzentrieren sich auf wenige geritzte Linien. Meine Arbeiten verstehe ich als räumliche Zeichnungen, in denen sich Raum nicht darstellen lässt, sondern sich im Wahrnehmen entfaltet.